Montag, 17. Juli 2017

28.06.2017 I'm back, back in the London Groove

Zugegeben war ich etwas nervös, als es wieder ans Reisen ging. Nicht weil ich Angst vorm Fliegen hätte oder wegen der derzeit gehäuften  Terroranschläge in London. Aber ich habe immer ein wenig Bammel, dass irgendwas schiefgehen könnte. Dass das Auto nicht anspringt. Dass ich zu spät am Flughafen sein könnte. Dass der Flug gecancelt wird. Whatever. Meine Befürchtungen waren wieder einmal unbegründet. Alles ging wieder so glatt, wie man es sich wünscht. Ich flog diesmal mit British Airways nach London Heathrow, neu für mich, bisher flog immer nur nach Gatwick. Da Karen aber gesagt hat, es sei egal und die U-Bahn ginge direkt ans Terminal, probierte ich dies mal aus. Ja, sie hatte recht, keine Probleme und künftig durchaus eine Option.
Karen hat mittlerweile eine neue Wohnung, die aber immer noch in der gleichen Gegend liegt wie vorher und so fuhren wir erst einmal zu ihr. Die Wohnung liegt in einer Seitenstraße, aber mitten in der Stadt, und es ist so ruhig da, es ist ruhiger als bei mir in der tiefsten Provinz. Da fährt keiner wie der Henker im Stadtgebiet...!
Da ich gegen Mittag ankam, suchten wir, nachdem ich mein Gepäck bei Karen verstaut hatte, das Southside Shopping Centre auf und ich bekam endlich was in den Magen. Wir hatten fantastische Meatball Sandwiches mit Chips (Pommes! Nicht Chips, wie Chips bei uns. Hier sind Chips Crisps! Verwirrt? Egal!). Ein Trip in den Schuhladen. (Skechers waren im Sale! Aber ich hatte meine dabei und wollte nicht noch ein Paar rumschleppen. Wer nicht weiß, was Skechers sind - es sind die wahrscheinlich bequemsten Schuhe der Welt. In meinem Alter und meinen Problemlipolymphödemtralalabeinen ziehe ich immer einen Skechers-Schuh einem Manolo Blahnik vor!) Ein paar weitere Läden, eine weitere Busfahrt und schließlich trafen wir uns mit Becky im Pub. 
Das Asparagus ist Karens Stammpub und prompt stürzte ich nach läppischen drei Whiskey-Cola schon am ersten Abend ab. Seufz. Egal, ich schlief danach wie ein Baby und das sollte auch so sein, denn am nächsten Morgen war wieder Reise ansagt, diesmal per Bahn - nach Cornwall.


Samstag, 1. Juni 2013

30.05.2013 Mark Knopfler at the Royal Albert Hall

Und dann, ja dann war es endlich soweit. Wir stylten uns so gut es ging auf und machten uns auf zur Royal Albert Hall. Was für eine Location! 





Tja - und an diesem Punkt muss ich jetzt was Fotos angeht, enttäuschen. Ich hatte meine Kamera nicht aufs Konzert mitgenommen, weil ich mir nicht sicher war, was die Security tun würde. Auf keinen Fall wollte ich, dass mir im schlimmsten Fall die Kamera weggenommen wird und Tasche wollte ich auch keine mitnehmen. Im Endeffekt haben sie zwar gar nicht kontrolliert, aber ich wollte hauptsächlich ja Musik hören und nicht ständig versuchen, anständige Fotos zu schießen, was mir eh nicht gelungen wäre. also hier nur ein Bild vom Meister von Contactmusic:



Ich versuche jetzt nur in Worte zu fassen, wie das Konzert bei mir angekommen ist.

Vorband bzw. -künstlerin war Ruth Moody. Glasklare tolle Stimme, engelsgleich. Sie passt auch hervorragend zum Musikstil von Mark Knopfler, sie sang auch auf seinem Privateering Album mit. Mir ist sie einen Tick zu "harmlos"- ohne sie herabsetzen zu wollen. Nur geht mir irgendwas in der Stimme ab. Egal, jedenfalls sang sie etliches von ihrer neuen CD, unter anderem ein Cover von Bruce Springsteen, Dancing in the Dark. Kam ganz gut.

In der Umbaupause gab es Zeit, die Royal Albert Hall genauer in Augenschein zu nehmen und zu bewundern. Oh Mann, so eine Konzerthalle müsste man in München haben. Ich bin neidisch auf die Briten. Alles in Rot und Gold und mit Logen und wunderbar aufsteigenden Sitzreihen und selbst die Platzanweiser die Eleganz in Person. Und so höflich! Wer sagt Dir schon in Deutschland "Good evening, Ladies. You look lovely tonight!"? Bei uns kannst Du schon froh sein, wenn Dich keiner grundlos anmotzt.

Es erfolgt zwischendurch glatt eine Ansprache von einer Charity-Lady, die anscheinend in England recht bekannt ist und bat um Unterstützung ihrer Organisation für bedrohte Tierarten. Sehr lobenswert.

Dann wurde das Licht wieder gedimmt, der Spot angeschaltet und der Meister persönlich kam endlich mit der ganzen Band auf die Bühne und ein Applaus erhob sich, der seinesgleichen sucht. Ich habe Mr. Knopfler ja auch noch nie in München verpasst, aber ich stelle fest, zuhause in Great Britain mutiert er zur Plaudertasche und zum Scherzkeks. Ich hab den Mann noch nie soviel reden hören. Wahrscheinlich denkt er bei uns, es würde ihn keiner verstehen oder so. 

Die nächsten zwei Stunden vergingen dermaßen im Flug, ich war fassungslos, als das Konzert aus war. Vom ersten Ton an war es um mich geschehen, bei Privateering könnte ich ausflippen, ich liebe dieses Lied. Des Meisters Gitarrenspiel ist unbeschreiblich, manche Riffs gehen geradezu durchs Herz und vibrieren noch Minuten später nach. Ruth Moody kam auch wieder auf die Bühne und sang zwei Songs mit, I Dug Up a Diamond, das eines meiner Lieblingslieder auf All the Roadrunning ist (wahrscheinlich geht mir nur deshalb was in Ruth Moodys Stimme ab, weil ich Emmylou Harris markante welche gewohnt bin) und Seattle. Ebenfalls Special Guest war Nigel Hitchcock am Saxophon - fantastisch! Bei Romeo and Juliet rutschte mir das Herz in die Hose, aber ich musste nicht weinen, wie normalerweise. Warum das so ist, sag ich nicht. Ebenfalls wieder ein Highlight - Marbletown. Habe ich erst das zweite Mal live gehört und ist einfach der Hammer. Ach ja und dann erklangen die ersten Töne von Telegraph Road und ich wette, die meisten hatten nur darauf gewartet - und wurden nicht enttäuscht. Schade, dass bei der Zugabe für mich nichts dabei war, was mich nochmal gepuscht hätte, Shangri-La ist jetzt nicht so mein Lieblingssong. Aber Going Home war halt dann das Stichwort.

Die Setlist:

  1. What It Is 
  2. Corned Beef City 
  3. Privateering 
  4. Father and Son 
  5. Hill Farmer's Blues 
  6. I Dug Up a Diamond (with Ruth Moody)
  7. Seattle (with Ruth Moody)
  8. I Used to Could  (with Nigl Hitchcock on sax)
  9. Romeo and Juliet (Dire Straits song with Nigl Hitchcock on sax)
  10. Song for Sonny Liston 
  11. Haul Away 
  12. Postcards from Paraguay 
  13. Marbletown 
  14. Speedway at Nazareth 
  15. Telegraph Road (Dire Straits song)
  16. So Far Away  (Dire Straits song)
  17. Our Shangri-La (with Nigl Hitchcock on sax)
  18. Going Home: Theme from Local Hero (with Nigl Hitchcock on sax)




Ich hatte nach dem Gig ja sowieso keine Schmerzen mehr, aber ich kann wirklich schnell in Absätzen sein, wenn ich in London einen Bus erwischen möchte, wenn es 23.00 Uhr ist und ich keinen Bock habe, zum Hotel zu gehen. Jedenfalls kam der 70er gerade um die Ecke und las uns auf. Ich bin der Busfahrerin ewig dankbar, dass sie gewartet hatte.

Über die Heimreise am nächsten Tag will ich eigentlich nicht wirklich schreiben, es war das übliche Gezipfe. Genau wie beim Hinflug. Irgendwann such ich mir ne Alternative zu EasyJet. Beim Hinflug wurden wir schon angezickt, weil wir nicht online eingecheckt hatten. Es war halt bisher immer so, dass es hieß, Passagiere nur mit Handgepäck sollten das tun, jedenfalls haben sie die Bedingungen geändert und die Dame meinte,  man nehme Zeit von ihnen in Anspruch, wenn man eingecheckt werden müsste... und künftig würde das extra kosten... ach nein - schließlich nehmen sie ja auch genug Geld von mir in Anspruch, dann kann sie ja auch meine Reisepassnummer bitte eingeben, oder? Für jeden Mist verlangen sie Geld, unter anderem kann man jetzt zwar den Sitzplatz buchen, aber das kostet 8 EUR. Beim Heimflug machen sie erst Stress beim Check-in, obwohl man früh genug da ist, daraufhin hetzt man sich ab, nur um dann festzustellen, dass die Gate-Information erst in zwanzig Minuten angezeigt wird, also erst eine viertel Stunde bevor das Gate schließt. In Gatwick braucht man aber nun mal zehn Minuten zum Gate, wenn EasyJet wieder mal von ganz hinten startet...kaum steht das Gate fest, rennt man wieder los, um durchs Gate zu gehen und dann wieder zu warten....und zu warten...

Wenigstens hat uns der Pilot gut nach Hause gebracht. 

Bis zum nächsten Mal.


30.05.2013 Westminster & Covent Garden

Jetzt war er da, der Tag auf den wir über ein halbes Jahr gewartet haben. Aber da das Highlight erst am Abend stattfand, begannen wir ihn erstmal mit einem Frühstück bei Pret a Manger und fuhren mit der Circle Line nach Westminster. 

Eigentlich wollte ich diesmal die Westminster Abbey von innen besichtigen, bisher kam ich ja grundsätzlich Samstag nachmittags daran vorbei und da ist immer zu. Diesmal war offen, aber der Eintrittspreis von geschlagenen 18 Pfund war uns dann doch zu happig. Da kriegen wir ja noch mindestens eine Handtasche dafür! Was für eine Einstellung! Kulturbanausen! Fahren nur nach London zum Shoppen und ein Konzert! Das könnten sie zuhause auch haben! Pffffffft, sage ich Euch. I don't care!! Kirchen habe ich zuhause auch in genügender Anzahl und alles, was man über die Abbey wissen muss, kann man nachlesen. Gesehen hab ich sie im Fernsehen von innen auch schon des öfteren. Und von außen haben wir sie uns ja wieder angesehen. Diesmal auch mal aus ner anderen Perspektive. Wobei mir immer noch am liebsten irgendwann die Perspektive auf London wär, aus der James Bond in Skyfall von dem Dach runtergeschaut hat.

Natürlich nicht mein Bild!! Im Internet gefunden, bei Cultureslap


Leider geil. Irgendwann find ich raus, ob und wie man da rauf kommt. Wahrscheinlich eher nicht, da in Whitehall alles Regierungsgebäude sind. Ach was solls, ich schweife ab, zurück zur Abbey und meinen Fotos.











Natürlich sind der Big Ben und die Houses of Parliament auch auf dem Weg und wir bahnten uns über die Westminster Bridge eine Weg durch die anderen Touristen zum London Eye, weil dort der Bus RVI nach Covent Garden abfährt.






In Covent Garden war Hochbetrieb und wir beschlossen, erst mal was zu essen. Weil uns danach war, warteten wir bei Jamie Oliver's Union Jacks, um einen Tisch zu kriegen und als wir saßen, bestellten wir Fish & Chips. Ja, Freunde, das war was anderes, als am Kiosk!

Fish & Chips bei Jamie Oliver


Leckeres an allen Ecken





29.05.2013 - Camden Town again

Ein weiterer regnerischer Tag - gut, dass wir in einer Stadt weilen, wo man auch bei Mistwetter gut aufgehoben ist. 


Kurioses findet man auch auf dem Weg...


Wir nahmen also den 14 Bus (Stop E) towards Warren Street. Umsteigen Tottenham Courtroad Station (Stop C) Bus 29 towards Wood Green (oder 134 North Finchley) bis Camden Town Station. Was soll ich sonst über Camden Market schreiben? Habe ich schon alles, denke ich. Nun, ich fand hier die Handtasche wieder, die ich letztes Mal schon kaufen wollte, diesmal ging sie mit. Zwar nicht in weiß, aber hellgrün. 

3..2..1...endlich meins!



Nicht, dass ich schon genug Taschen hätte... Karo fand übrigens auch eine, ich bin nicht die Einzige mit dem Tick!

Wieder ließen wir uns gern von einer Asiatin zum Mittagessen überschreien...ich weiß immer noch nicht, was das orange Zeug ist, aber es ist saulecker!!





Weiter kann ich nicht viel schreiben, zum Einkaufen geht man ohne viele Worte, hier also ein paar sonstige Camden-Bilder:






Ach ja, was auch nicht zu verachten ist - der Tee beim Marokkaner! Der Minztee (gar nicht zu vergleichen mit unserem Pfefferminztee, der Minztee war viel milder und besser) war hervorragend. Man setze sich also auf einen Diwan und lasse sich Tee schmecken beim Leute beobachten. Und davon kann man nie genug kriegen. Und nächstes mal werde ich vielleicht doch mal ne Wasserpfeife testen...


Zurück von Camden nach South Kensington zu finden war nun nicht mehr so einfach. Ich wollte halt nicht mit der Underground fahren, im Bus sieht man viel mehr. Aber die Straße zum Camden Markt ist eine Einbahnstraße, also muss man ein bisschen suchen, bis man einen Bus findest, der in die andere Richtung geht. Wir nahmen dann wieder den 29 bis Tottenham Court Road, dann fanden wir allerdings die Haltestelle für den 14er nicht mehr und nahmen halt alternativ den 10er bis Royal Albert Hall und gingen schon mal die Strecke ab, die wir am nächsten Tag brauchen würden.

Ziemlich müde schleppten wir uns noch zum Italiener um die Ecke, ins Bella Italia auf eine Kleinigkeit zu Essen und beendeten den Tag.




28.05.2013 - Back to South Kensington

  • München (MUC)  - London Gatwick (LGW) 
  • London Gatwick - via Gatwick Express - London Victoria
  • London Victoria - via District Line (westbound) -South Kensington Station


Diese Reise nach London stand unter einem nur halbwegs guten Stern. Anfang Mai habe ich mir den Fuß vertreten  und nun war ich nach einer Odyssee von Arztbesuchen, Physiotherapie und  Arnika Globuli mit gemischten Gefühlen aufgebrochen. Schließlich sollte man in London doch gut laufen können. Um es vorweg zu nehmen - ich lief. Mal mehr, mal weniger langsam, am schnellsten in meinen Boots mit Absätzen, da der Druck dann von der Ferse weg war und wir um 11 Uhr abends den Bus erwischen wollten. Dazu aber später....

Wie das Wetter war? Das kann ich Euch sagen - es regnete. Ja, war ja klar. Wir starteten bei Sonnenschein und landeten bei Regen und heimzu wars genau umgekehrt. Soviel zu meinem jahrelangen Disput mit dem Heiligen Petrus.

Karo hatte diesmal unser Hotel ausgesucht - und das hat sie gut gemacht! Wir stiegen im Regency Hotel in South Kensington ab. Ich liebe diese Gegend, denn sie ist zum einen schön und zum anderen sicher. Das Hotel machte schon von außen einen guten Eindruck, die Zimmer waren wie alle Hotelzimmer der Mittelklasse - eng, aber ausreichend zum Übernachten. Das Bad war mehr als in Ordnung. Sehr modern, mit Badewanne und Dusche in einem und was immer noch nicht selbstverständlich ist, mit Mischbatterie. Den Flur des Hotels habe ich fotografiert, weil der so schön futuristisch aussah.




Da wir Mittags anreisten und sich der Magen meldete, gingen wir um die Ecke zu Byron  auf einen Cheeseburger. Gestärkt drehten wir eine Runde um den Block und kamen an dem Wahnsinnsbau des Natural History Museum vorbei, diesmal gingen wir aber nicht rein, wir hatten keine Zeit, denn wir waren mit meiner Freundin Karen verabredet und außerdem standen die Leute sowieso geschätzte zwei Kilometer Schlange. Kein Wunder, in England waren auch gerade Ferien, was soll man denn sonst machen...






Karen textete also, sie könne aus der Arbeit verschwinden und so nahmen wir den 49 Bus (towards White City) und fuhren bis Sheperd's Bush Station. Sheperd's Bush war ich schon mal wegen eines Snow Patrol Gigs. Karen holte uns an der Haltestelle ab und so zogen wir zu dritt durchs Westfield Einkaufszentrum. Drei Frauen, ein Kaufhaus, das sagt alles. Ich fand wie für mich gemachte Stiefeletten bei Evans für popelige 15 Pfund. Bei Lush demonstrierte uns eine so was von süße Asiatin die Vorzüge von Badezusätzen, das war so nett. In dem Laden schneiden sie Dir auch die Seife vom Stück ab, manche Seifen schauen aus wie große Laib Käse, hehe. 





An Läden wie Prada, Louis Vitton etc. gingen wir natürlich nur vorbei, wie Karen so treffend sagte: We are not allowed in there.  Eine Pause, dass wir auch besser reden konnten, machten wir beim Libanesen auf einen Apfel-, Gurken-, Orangensaft. Der schmeckte besser als er aussah übrigens. 




Irgendwie konnten wir uns dann auch wieder nicht von Karen trennen, drum nahmen wir uns den Bus zurück und gingen auf Cocktails ins Cadogan Arms. Die Cocktails waren gut, aber die Klimaanlage des Pubs war mal wieder mein Untergang, was Erkältung betrifft. Typisch. Während wir so über unseren Drinks unterhielten kam dann wiedermal die Sprache aufs Essen und so entschlossen wir uns noch zu einem späten Dinner bei Nando's. Der Laden hat die schärfsten Hähnchengerichte, aber laut Karen auch die besten vegetarischen Burger. Dabei fällt mir gerade ein:  Ich wollte mir noch eine Peri-Peri-Soße für daheim kaufen. Mist! Vergessen!


Sonntag, 4. November 2012

29.10.2012 - Harrods und Heimreise

Nach Kofferpacken und Frühstück im Hotel fuhren wir nochmal mit der Linie 74 nach Knightsbridge und gaben uns ein letztes Mal dem Konsum hin - bei Harrods. Bei Harrods kann ich so oft sein, wie ich will - ich weiß nie, wo was zu finden ist. Irgendwie komme ich auch jedesmal durch einen anderen Eingang rein, ach, wie auch immer. Wir nahmen die Rolltreppe und staunten uns durch die verschiedenen Stockwerke, waren einer Meinung, dass unsere Schlafzimmer schöner waren, als die Designerschlafstätten dort und dass es einfach nicht wert ist, ein hässliches Ledersofa für den Preis eines Mittelklasseautos anzuschaffen. Ja, mir ist IKEA lieber. 

Durchaus angetan hat es mir diesmal jedoch die Spielwarenabteilung. Ja. Spielwarenabteilung. Mitarbeiter bei Harrods sind anscheinend angehalten, das kleine und große Publikum zu unterhalten, irgendwelche Teile schwirren jedenfalls ferngesteuert durch den Raum. Ein kleiner Spielzeughubschrauber war einer meiner Favoriten.  Der Wahnsinn, das Teil. Die Mädchenabteilung war auch klasse, Prinzessinenkleidchen in allen Formen und Farben! Mit Reifrock! Mann, mit so einem hätte ich damals im Kinderfasching die Sandra Cunz mit ihrem vom Theater geliehenen Kleid ausstechen können. Mist. Zu spät! Jetzt könnt ich höchstens noch Cindy aus Marzahn Konkurrenz machen, wenn ich mir all den rosa Kram gekauft hätte. Schmuckkästchen mit Spieluhren hatten sie auch, so wie in Black Swan. Ich glaube sogar, es war die gleiche Melodie. Unheimlich. 

Ich wollte unbedingt in die Weihnachtsabteilung, aber die war nicht so prickelnd. Christbaumkugeln mit "Harrods" drauf - ach nee. Also zurück in die Tee & Schokoladenabteilung im Erdgeschoss. Schokolierte Haselnüsse und Mandeln eingesackt und dann schlossen sich die edlen Eingangstüren von Harrods hinter mir für dieses Jahr.

Der restliche Tag war dann nicht mehr so irre spannend. Die Schokolade noch in die Koffer dazugepackt, auschecken, nach Victoria zurückfahren (Bus C1), in den Gatwick Express (immer Gleis 13!) steigen und dann am Flughafen die übliche Warterei. Ach ja - kleiner Schock mit Fitnesstraining kam doch noch. Erst schreiben die Engländer auf die Anzeigetafel, dass man für den Flug nach München noch warten muss, welches Gate man nehmen muß - und dann, wenn man sich entschieden hat, nochmal die Toilette aufzusuchen, hinzuschreiben, dass das Gate um 17.35 Uhr schließt - es  aber schon 17.35 Uhr war!! Wir rannten also ans Gate, nur um festzustellen, dass eh noch die ganze Meute rumsteht... boah. Wir waren also die letzten in der Schlange, um dann aber als eine der Ersten wieder beim Bus zum Flugzeug auszusteigen. Ha! Ich frage mich immer wieder, was der Sinn des Speedy-Boardings bei easyjet eigentlich soll, wenn man ja doch nicht vor den anderen ins Flugzeug kommt. Aber bald ändert easyjet die Bedingungen sowieso, dann kann man sich auch den Sitzplatz aussuchen usw.




Samstag, 3. November 2012

28.10.2012 - Tower und Museumsbesuch


  • Earl's Court via Disctrict Line nach Tower Hill



Da waren wir nun angekommen am Tower Hill, auch für mich eine Premiere, ich war noch nie mit der U-Bahn hingefahren, bisher nur mit dem Bus und der kommt auf der anderen Seite der Tower Bridge an. Die Warteschlangen für den Tower wären gar nicht so wahnsinnig lange gewesen und irgendwann geh ich wirklich mal rein. Aber diesmal nicht. Das Wetter war wieder bewölkt, aber es regnete wenigstens nicht, so machten wir einen Spaziergang rund um den Tower und gingen über die Brücke auf die andere Seite der Themse. Linkerhand entdeckte ich, eigentlich nur, weil ich einen anderen Fotografen beobachtete, eine kleine Seitenstraße. Die Wohnungen dort waren durch kleine Brücken verbunden und das Ganze gab echt ein gutes Fotomotiv ab (s. unten). Die Neugier zog uns in dieses Gässchen und wir gingen ein Stück entlang. Die meisten Geschäfte und Restaurants waren noch geschlossen, jedoch studierten wir die Aushänge der Immobilienmakler und ergötzten uns an den schier unerschwinglichen Wohnungspreisen. Unter zwei Millionen geht hier sowieso nichts...oder Miete von 1.000 GBP pro Woche! In dem Wissen, niemals einen Job zu bekommen, der uns so ein Apartment ermöglichen würde, bogen wir Richtung Design Museum wieder ab zur Uferpromenade und gingen zurück zur Tower Bridge, die mich übrigens immer wieder in Verzückung versetzt. Mir gefällt sie einfach, so mit den roten und blauen Elementen ist sie echt hübsch.


 








  • Disctrict Line nach Monument
  • über einen langen langen Weg zur Central Line zur Tottenham Court Road



Sonntag in London, wer denkt, jetzt  gehe man zur Kirche und danach vielleicht gepflegt in den Park - weit gefehlt. Wir befanden uns mitten auf der Oxford Street. Ich überfiel den nächsten HMV Store, wenn ich könnte, würde ich auch tagelang in diesem Laden bleiben und wühlen. Wo bitte gibts bei uns noch einen CD-Laden mit so richtig Auswahl? Hm? Genau - nirgends. Ich will nun mal CDs mit Cover kaufen und nicht Lieder irgendwo downloaden. Hier war ich genau richtig. Und an diesen "Buy 2 for 10 GBP" Angeboten kann ich einfach nicht vorbeigehen...

Zur Entlastung des Rückens suchten wir in einer Nebenstraße ein Lokal auf, das seltsamerweise wieder Lido hieß und aßen ein Sandwich.

Das einzige Mal nahmen wir nun den falschen Bus, bzw. ich dachte, er würde unseren Ziel näher nochmal stehen bleiben, aber so stiegen wir in der Sloane Street aus. Macht sich gut, so in Jeans und zerzauster Windfrisur auf der "teuren Meile". So gingen wir entlang an den Designerläden, die für mich noch furchteinflössender sind als Spinnen. In riesigen Auslagenfenstern meistens nur ein Fummel in Größe XS zentriert, langbeinige elegante Verkäuferinnen mit wertvollem Schmuck behängt und höchstwahrscheinlich den ganzen Tag stehen müssend hinter den bewachten Eingangstüren auf exklusive Kundschaft lauernd. Genau meine Welt.

Irgendwie fanden wir dann doch einen passenden Bus am Queens Gate (es war die Linie 70) und fuhren mit diesem nach South Kensington und stiegen am Natural History Museum aus. Mein erster Besuch in einem Londoner Museum übrigens. Normalerweise treibe ich mich ja lieber auf der Straße rum, aber ich war so froh, dass ich doch mal ein Museum von innen gesehen habe. Es ist unglaublich, aber der Eintritt in die meisten Museen in London ist tatsächlich frei! Das Gebäude des Natural History Museum ist umwerfend schön. Ich freute mich jedesmal, wenn wir auch nur daran vorbei fuhren. In solchen Gemäuern macht ein Museumsbesuch ja gleich doppelt Spaß. Die Ausstellungen sind fantastisch. Überall ist irgendwas interaktiv zu bedienen, für Kinder, vor allem Schulklassen ist so etwas einfach ideal. Nicht nur an Glaskästen vorbeischleichen und nichts anfassen dürfen! Die Dinosaurierausstellung schenkten wir uns, dafür bestand ich auf zwei viertelstündige Filme über Naturfilme in den Attenborough Studios, benannt nach dem britischen Tierfilmer und Naturforscher Sir David Attenborough. Als wir aus dem ehrwürdigen Haus kamen, war es dunkel, aber die Bäume an der Ecke zur Eislaufbahn, die dort gerade aufgespritzt wurde, waren schon beleuchtet.







Nach diesem lehrreichen Nachmittag nahmen wir wieder die Linie 74 (Putney) und stiegen diesmal gleich Haltestelle Nevern aus und belohnten und mit Spaghetti bzw. Risotto bei Benito.